Körperpsycho - &
Traumatherapie
Wenn Körper und Seele einfrieren.
Trauma - Wenn Körper und Seele einfrieren
Erschütternde Erfahrungen – etwa anhaltend belastende Bindungserlebnisse, emotionale Defizite oder existenzielle Krisen – können tiefe Spuren in uns hinterlassen. Sie können dazu führen, dass unser autonomes Nervensystem in Momenten vermeintlicher oder tatsächlicher Gefahr immer wieder „außer Rand und Band“ gerät.
Dann erleben wir uns nicht mehr als souverän im Umgang mit unseren Emotionen, sondern fühlen uns von ihnen überflutet, getrieben oder abgeschnitten. Die innere Ordnung gerät ins Wanken – und mit ihr oft auch das Erleben von Stabilität und Sicherheit in der Welt.
In der Folge können sich vielfältige Symptome zeigen: körperliche Beschwerden, psychische Erkrankungen, anhaltender Stress, Beziehungsschwierigkeiten oder ein diffuses Gefühl von Leid und Überforderung. Das Nervensystem bleibt in erhöhter Alarmbereitschaft und produziert wiederholt Stresshormone – selbst dann, wenn im Außen längst keine akute Gefahr mehr besteht.
Therapeutische Prozesse eröffnen hier einen Weg zurück in die Regulation. In einem geschützten Rahmen kann das Nervensystem allmählich zur Ruhe finden. Schritt für Schritt wird die Fähigkeit zur Selbstregulation neu erlernt, vertieft und verinnerlicht – sodass wieder mehr innere Stabilität, Sicherheit und Handlungsfähigkeit entstehen können.
Wer sich detailliert für die Zusammenhänge von Trauma und Nervensystem interessiert, empfehle ich meine online-Vorträge im Traumahilfezentrum München.
Bindungstraumatisierung
Beziehung ist eine Grunderfahrung des Menschseins – sie beginnt bereits vor der Geburt im Mutterleib. Entscheidend ist dabei nicht, dass wir Beziehung erleben, sondern wie wir sie erfahren. Die Frage ist nur, wie diese Bindungsbeziehung erlebt worden ist. Während positive Bindungserfahrungen Kraft und Vitalität für die Herausforderungen des Lebens verleihen, können multiple negative Bindungserfahrungen genau das Gegenteil bewirken. Ein Engels- oder Teufelskreis beginnt - je nach vergangenen Erfahrungen.
Denn sowohl positive als auch negative Bindungserfahrungen wirken sich unmittelbar auf die Entwicklung unserer Stress- und Emotionsregulation aus. Diese inneren Regulationsmuster prägen nicht nur unser eigenes Erleben, sondern auch die Art und Weise, wie wir später Beziehungen gestalten und erleben.
In den ersten Lebensjahren entwickeln wir unsere Fähigkeit zur Emotionsregulation vor allem durch die Co-Regulation mit unseren Bezugspersonen. Wie gut wir heute mit unseren Gefühlen umgehen können, hängt daher wesentlich davon ab, inwieweit unsere frühen Bezugspersonen selbst in der Lage waren, sich zu regulieren und uns darin zu begleiten.
Die therapeutische Beziehung kann hier einen entscheidenden Wendepunkt darstellen. Sie ermöglicht die Erfahrung einer korrigierenden Beziehung – eines sicheren, verlässlichen Gegenübers, das trägt, spiegelt, begleitet und (aus-)hält, egal, was ist.
Aus dieser Erfahrung heraus können wir beginnen, unsere Beziehungsmuster neu zu gestalten, Verantwortung für unser inneres Erleben zu übernehmen und uns der Welt wieder mit mehr Sicherheit, Stabilität und Vertrauen zuzuwenden.